Veranstaltungen 2011

VERSAMMLUNGEN & AKTIVITÄTEN 2011

DEZEMBER 2011: “Chanten als Meditation – Jenseits des spirituellen Materialismus”
Der Vortrag behandelte unter anderem ein Buch des tibetisch-buddhistischen Lehrers Chögyam Trungpa Rinpoche, “Spirituellen Materialismus durchschneiden”. Der Themenwunsch rührte daher, dass einige von uns innerlich stark damit beschäftigt sind, neue Wege für sich in der buddhistischen Praxis zu suchen. Stichworte hier waren: mehr Hineinvertrauen, mehr Öffnung ohne Erwartung, mehr Kontakt zum Tiefenraum der Spiritualität. Wie können wir diese Haltung beim Chanten kultivieren?  Warum wäre das überhaupt wichtig? Wo finden wir dabei Inspiration, Anleitung, Erfahrung? Darüber haben wir uns ausgetauscht.

Meditationspraxis muss immer ein Akt der Freiheit sein –
ohne Erwartung, ohne ein bestimmtes Vorhaben oder Ziel.
Chögyam Trungpa

 

 

NOVEMBER 2011: “Quantenphysik Teil II – Quantenheilung”
Ein Vortrag über Matrix-Arbeit, Quantenphysik, Wirklichkeit, Menschsein und das Festhalten an und Sich-Lösen von eingefahrenen Denkmustern.

Wir dachten immer, wenn wir Eins kennen,
dann kennen wir auch Zwei,
denn Eins und Eins sind Zwei.
Jetzt finden wir heraus,
dass wir lernen müssen,
was und bedeutet.
Sir Arthur Eddington,
engl. Astronom, Physiker,
Mathematiker und Philosoph 1882-1944)

 

OKTOBER 2011: Besuch einer Ausstellung
Mit Werken des japanischen Künstlers HOKUSAI im Martin-Gropius-Bau

 

OKTOBER 2011: Ausflug nach Linum in  Brandenburg – zum größten Kranich-Rastplatz Europas

WAS HAT VÖGEL ANSCHAUEN MIT BUDDHISMUS ZU TUN?
::: Eine Betrachtung von Susanne

Wenn wir uns von der Natur berühren lassen und wenn die Natur eine solche Gabe hat, uns zu berühren, liegt das unter anderem daran, dass die Natur nichts von uns Gemachtes ist.  Wir Menschen befinden uns die meiste Zeit unseres Lebens in einer “erdachten” mentalen Welt. Wir denken, fühlen, fantasieren, ängstigen uns, projizieren – und selbst die reale Welt haben wir zu einer Fortsetzung unserer Gedanken gemacht und weitgehend künstlich, entsprechend unseren Wünschen, umgestaltet. Jede Straße, jedes Ding, selbst die Grünanlagen – sie wurden erst von Menschen gedacht, dann realisiert.

Der Buddhismus ortet da eines unserer großen Probleme: Wir denken zu viel, verstricken uns darin. Wir kommen mit der Wahrheit und Wirklichkeit der Welt kaum noch in Berührung. Vor allem verdecken all unsere Projektionen die tiefere, spirituelle Dimension der Wirklichkeit – die Buddhanatur, den Urgrund. Dadurch sind wir abgeschnitten von der großen Quelle der Freude, Wahrhaftigkeit, Zugehörigkeit und Verbundenheit.

Wilde Natur, Pflanzen mit ihrem Wachstum und ihren Lebenszyklen, Tiere mit ihrem Bewusstsein und ihrer ganz persönlichen Resonanz auf die Welt – alles das tritt uns eigenständig gegenüber. Es ist von uns ganz offensichtlich nicht gemacht, sondern hat sein eigenes Sein, seine eigenen Gesetze, Gefühle, Möglichkeiten. Daher rührt ein Teil der Demut, die Menschen überkommen kann angesichts eines Abendhimmels, des Meeres, der Berge – oder auch eines Spatzen oder Grashalms.

Unsere alltägliche Wahrnehmung von uns selbst als abgetrennte, einzelne Menschen ist eben nicht alles – es gibt noch sehr viel mehr. Fast hat man dann das Gefühl, die Natur an sich habe etwas Spirituelles oder Heiliges. Auf jeden Fall lässt sie uns spüren: Die Welt, das Sein, die Ströme des Bewusstseins sind unendlich viel größer, als wir es (meistens) sind. Das ist auch der Sinn der buddhistischen Meditationspraxis: eine Gelegenheit, sich in dieses Größere hinein – das mit dem Denken eben nicht zu fassen ist – zu öffnen.

 

SEPTEMBER 2011: “Nagarjuna und die Quantenphysik”
Die Erkenntnisse der Quantenphysik ähneln auf erstaunliche Weise den Erkenntnissen mystisch-spiritueller Traditionen – etwa den Schriften des großen Mahayana-Philosophen Nagarjuna. Im Westen jedoch blieb die  Revolution im Denken, zu der die Quantenphysik eigentlich hätte führen müssen, aus. Nun existieren Quantenphysik und das überholte naturwissenschaftliche Weltbild nebeneinander weiter. Was wäre die Revolution im Denken, die eigentlich für unsere Gesellschaft anstehen würde? Und: Ist das nur etwas für schlaue Bücher – oder könnte es konkret für unser Erleben des Alltags und im Alltag etwas bedeuten?

Die Erscheinung ist vom Betrachter nicht losgelöst,
vielmehr in die Individualität desselben
verschlungen und verwickelt.
Johann Wolfgang von Goethe

 

AUGUST 2011: “Das vierte Stille Gebet – Wünsche ausdrücken”
Im vierten Stillen Gebet (nach Tradition des Nichiren-Buddhismus) werden Wünsche ausgedrückt. Was bedeutet das im Buddhismus? An wen richtet sich dieses Gebet? Wer soll in einer Religion ohne Gott einen Wunsch “erhören”? Wenn ein Wunsch sich verwirklicht – welcher “Mechanismus” steckt nach buddhistischer Vorstellung dahinter? Und haben Wünsche nicht etwas Materialistisches an sich, etwas Manipulatives – wie kann ein Gebet buddhistisch und spirituell sein, wenn es sich auf persönliche Angelegenheiten konzentriert?

Ich wünschte ein Shakespeare zu sein
und wurde ein Shaw.
George Bernard Shaw

 

JULI 2011: “Zweifel im Glauben und an der Praxis”
Woran zweifeln wir? Wie gehen wir damit um? Haben wir schon einmal Erfahrungen gemacht mit dem Überwinden von Zweifeln? Können wir im Zweifeln einen Wert sehen – und wenn ja, welchen?

Zweifel ist kein angenehmer geistiger Zustand,
doch Gewissheit ist ein lächerlicher.
Voltaire

 

JUNI 2011: “Die dunkle Seite der Seele – Krisen überwinden”
Verzweiflung, Ängste, Krisen verschonen leider keinen Menschen. Jede und jeder von uns kann Zeiten erleben, in denen die “dunkle Seite der Seele” übermächtig erscheint. Wer spirituell zu leben versucht, kann von Glaubenskrisen erfasst werden. Dann erscheint das gesamte Fundament der Praxis und der religiösen Verwurzelung brüchig und unsicher. Woher rühren solche Krisen? Welche Chance liegt vielleicht darin? Wie und mit welchem Gewinn für die eigene Entwicklung lassen sie sich überwinden? Wir hörten die mündliche Zusammenfassung eines Vortrags der buddhistischen Lehrerin Sylvia Wetzel, ergänzten dies mit eigenen Recherchen und tauschten uns darüber aus.

In jedem Winter steckt ein zitternder Frühling,
und hinter dem Schleier jeder Nacht
verbirgt sich ein lächelnder Morgen.
Khalil Gibran

 

MAI 2011: “Das dritte stille Gebet – Für den Frieden
Was ist das buddhistische Verständnis von “Frieden”, für den wir in der Tradition des Nichiren-Buddhismus im dritten Stillen Gebet  beten? Was sind, nach buddhistischer Analyse, die Ursachen des Unfriedens? Wie verhält sich “Privatfrieden” zum Frieden in der Welt? Was können wir selbst tun, wie können wir leben, mit uns selbst, mit anderen, um friedensfähig zu sein? Wo erleben wir Unfrieden, wo Frieden? Haben wir das persönlich in letzter Zeit einmal hinkommen – eine starre oder verfeindete Situation zu öffnen und wieder Dialog herzustellen? Wie haben wir das bewerkstelligt, was waren unsere “Zutaten”? Vortrag mit Erfahrungsaustausch.

Alle unsere Streitigkeiten entstehen daraus,
dass einer dem anderen seine Meinung aufzwingen will.
Mahatma Gandhi

 

APRIL 2011: “Das zweite Stille Gebet – Dank an die Tradition
Die Lotussutra-Rezitation in der Tradition des Nichiren-Buddhismus endet mit einer Reihe von stillen Gebeten. Das zweite davon wendet sich an die Tradition – die Vorgängerinnen und Vorgänger in der spirituellen Praxis; die Menschen, die uns gelehrt haben oder inspirieren. Das eröffnet einige Fragen, die wir studieren können: Wer sind unsere Vorgängerinnen und Vorgänger in der spirituellen Praxis? Auf welche Tradition können wir uns berufen? Warum ist es sinnvoll, so etwas wie “Tradition” wertzuschätzen? Gibt es auch eine unproduktive oder schädliche Wertschätzung von Tradition – warum und wann? Wen empfinden wir als unsere Lehrerinnen und Lehrer? Was bedeutet die Beziehung zwischen Lehrer/in und Schüler/in im Buddhismus?

Der entscheidende Augenblick der menschlichen Entwicklung ist immerwährend.
Darum sind die revolutionären geistigen Bewegungen,
welche alles Frühere für nichtig erklären, im Recht,
denn es ist noch nichts geschehen.
Franz Kafka, “Er”

 

MÄRZ 2011: “Das erste Stille Gebet – Die schützenden Kräfte des Universums
Die Lotussutra-Rezitation endet mit einer Reihe von stillen Gebeten. Morgens beginnt sie mit einem weiteren stillen Gebet. Diese Gebete enthalten zusammen genommen den “Buddhismus in einer Nussschale” – es finden sich wesentliche Lehren und Grundideen des Buddhismus darin, mit denen wir uns als Praktizierende  täglich verbinden können, um von da aus und dort hin zu leben.

Vertrauen geht allem voran und schenkt, wie eine Mutter, Leben;
es lässt alle Tugenden entstehen und heranwachsen,
beseitigt alle Zweifel und befreit uns vom Leid
der Geburt, des Alters, der Krankheit und des Todes;
Vertrauen offenbart die Stätte des Glücks.

Vertrauen macht den Geist makellos und rein,
erlöst uns von Stolz und ist die Wurzel der Hingabe.
Vertrauen ist wie ein Schatz.
Es gleicht unübertroffenem Reichtum und Frieden,
und ist, wie Hände, das wichtigste Mittel,
um Tugend anzusammeln.
Buddha im „Sutra der Juwelenlampe“

 

FEBRUAR 2012: “Buddhanatur”
Was versteht der Mahayana-Buddhimus unter diesem Begriff? Was passiert (in) uns, wenn wir die  Buddhanatur in uns und anderen erkennen? Wie können wir dieses Erkennen fördern und herbeiführen?

Das Auge, mit dem ich Gott sehe,
ist dasselbe, mit dem Gott mich sieht.
Mein Auge und Gottes Auge
sind ein und dasselbe im Sehen,
ein und dasselbe im Wissen,
ein und dasselbe im Lieben.
Meister Eckart

 

JANUAR 2011: Erstes Treffen, Reflexion über die Gründung der Gruppe