Veranstaltungen 2016

AUS UNSEREN EINLADUNGEN

Hier sind zum Nachlesen unsere Einladungen mit den Treffen & Themen im Jahr 2016


Liebe Leute,

hiermit möchte ich euch herzlich für den 2. September einladen, bei Nela treffen wir uns.

Und hier noch ein Update – auf dem letzten Kraniche-Treffen haben wir uns überlegt:

  • Wir möchten uns wohl zukünftig alle 14 Tage treffen
  • Wahrscheinlich wird es bei dem Freitag bleiben
  • Wir möchten uns an verschiedenen Orten treffen
  • Wir möchten uns jeweils einige Wochen oder Monate auf eine Meditationsform konzentrieren. In den nächsten Wochen ist das die “Doing-Nothing-Meditation”, es gibt jeweils eine kurze Einführung
  • Wir möchten uns ausrichten auf unsere persönliche Entwicklung und jeweils für uns darüber reflektieren, welche nächsten Schritte uns wichtig sind und wie wir uns weiterbewegen möchten, menschlich und spirituell. Das soll den Schwerpunkt bilden.
  • Wir wir das jeweils thematisch fassen, also welche konkreten Themen wir besprechen auf unseren Treffen, ist noch offen. Wir kommen die nächsten Male einfach zusammen, um gemeinsam zu meditieren und aus der Meditation Weisheit & sinnvolle Pläne hervorkommen zu lassen
  • Nebenher gibt es weitere Angebote: Mittwochmorgens eine Stunde Chanten von 9 Uhr bis 10 Uhr
  • Außerdem trifft sich Susanne mit denen, die gerne eingeführt werden möchten in die Lotussutra-Rezitation und in die Philosophie des Nichiren-Buddhismus
  • Wir lassen den großen Email-Verteiler noch eine Weile offen, bis sich herausgemendelt hat, wer dabei ist und wer nicht. Dann gehen wir zu einem kleineren Verteiler über.

 

KRANICHE | Versammlung & Abendessen

ZEIT:         Freitag, 2. September, 18.50 Uhr bei Nela
ABLAUF:     Ausführliche “Doing nothing”-Meditation mit Nela. Anschließend Abendessen – bringt bitte alle etwas Kleines mit, danke schön!
THEMA:     Gibt es nicht. Wir meditieren und lassen Ideen entstehen, wie wir gemeinsam unsere Treffen thematisch weiter gestalten.

WEITERE TERMINE:

TOZO – EINE STUNDE ZUSAMMEN CHANTEN

Fast jeden Mittwochmorgen von 9-10 Uhr gibt es ein Tozo (1 Std. chanten)
Termine stehen im Kraniche-Kalender.

EINFÜHRUNG IN DIE LOTUSSUTRA-REZITATION UND DEN NICHIREN-BUDDHISMUS

31. August, 19 Uhr, bei Susanne


KRANICHE-TREFFEN IM AUGUST 2016
Liebe Leute,

auf dem letzten Kraniche-Treffen haben wir uns grundsätzlich darüber Gedanken gemacht, was wir uns von solch einer Versammlung wünschen.  Wir kamen in kleiner Runde zu dem Wunsch, dass wir unsere Treffen Praxis-orientierter angehen möchten.

Wie wir das genau ausgestalten möchten, ist derzeit noch offen. Also: Welche Meditationsformen brauchen wir dafür, mit welchen Inhalten buddhistischer und nicht-buddhistischer Art möchten wir uns auseinandersetzen, welchen Rhythmus unserer Treffen halten wir für sinnvoll?

Das haben wir noch nicht ganz zu Ende überlegt. Aber auf jeden Fall möchten wir unsere persönliche Erweiterung und Entwicklung (wieder) mehr in den Vordergrund stellen. Das heißt, es sollen Frage wie diese wichtiger werden:

Wo stehe ich derzeit mit mir selbst? Wohin möchte ich gehen? Wo sehe ich meine persönlichen Hemmnisse derzeit, um mich spirituell und menschlich weiter zu entwickeln? Welche Formen der spirituellen Ausübung sind für mich hilfreich und wichtig? Was ist der nächste konkrete Schritt, den ich persönlich gehen möchte?

Auf dem kommenden Treffen möchten wir unsere Idee weiter ausgestalten. Klar ist aber schon jetzt, dass die Kraniche-Versammlungen damit persönlicher und konzentrierter werden.

Das bedeutet auch, dass wir euch fragen möchten:

Wer möchte dabei sein? Wer hat tatsächlich Lust, regelmäßig zu kommen, sich einzubringen, die anderen auf ihren Wegen zu unterstützen, selbst konkrete Schritte zu gehen und intensiver zusammen zu meditieren?

Den großen Email-Verteiler an viele Menschen, die eigentlich gar nicht mehr so richtig kommen, wird es dann nicht mehr geben. Auf der Webseite werden aber natürlich Informationen stehen für alle, die sich interessieren.

Ich freue mich über Rückmeldungen, ganz herzlich, Susanne

KRANICHE | Versammlung & Abendessen

ZEIT:         Freitag, 19. August, 18.50 Uhr bei Susanne (Adresse siehe unten)

ABLAUF:     “Doing nothing”-Meditation mit Nela. Danach Austausch. Anschließend Abendessen – bringt alle etwas Kleines mit, danke schön!

THEMEN:     “Doing nothing” und “Wie gestalten wir die Kraniche-Treffen weiter aus?”


KRANICHE | Versammlung & Abendessen
Juni 2016

Metta-Meditation

THEMA: “Weltlicher Buddhismus?”

Seit ein paar Jahren gibt es eine zum Teil leidenschaftlich geführte innerbuddhistische Debatte um einen weltlichen, so genannten “säkularen” Buddhismus im Gegensatz zum traditionellen Buddhismus. Es haben sich Webseiten, Zeitschriften, Gemeinschaften gegründet, die den Buddhismus von alten Zöpfen befreien möchte. Im Kern es also darum, wie eine angemessene Interpretation der buddhistischen Lehre für unsere Zeit aussehen kann. Unten hänge ich euch einen Text der buddhistischen Lehrerin Sylvia Wetzel an, in dem sie sich über das Thema Gedanken macht und zu einem schönen Mittelweg rät, wie ich finde. Das Thema betrifft uns aber auch ganz persönlich, denn wir treffen ja auch eine Entscheidung, wie wir traditionelle Vorgaben interpretieren, wie nah, wie fern wir uns zu religiösen Traditionen stellen. Welche Kriterien legen wir da an? Holen wir die aus dem “Bauch”, machen es unbewusst und instinktiv? Oder haben wir auch Gedanken dazu und Überlegungen, die uns wichtig sind?

Bitte bewegt das Thema schon einmal in euren Herzen und Köpfen, bringt gern ein Zitat mit, das euch in diesem Zusammenhang etwas bedeutet – vielen Dank!

(Text zur Vorbereitung)
Säkularer  Buddhismus. Chancen und Grenzen

Essay von Sylvia Wetzel

Der Begriff „säkular“ (von lateinisch saeculum, Jahrhundert) hat für mich zwei Hauptbedeutungen: 1. auf unsere Zeit bezogen, ohne die explizite Abwehr einer transzendenten Dimension, 2. nur weltlich-immanent, im Sinne der europäischen Aufklärung, als Abwehrbegriff gegen religiöse Ansätze. Wenn ich von „säkularem Buddhismus“ spreche, dann in der ersten Bedeutung, denn ein Buddhismus, der sich nur auf das bezieht, was wir mit den fünf Sinnen und dem Denken erfassen können, ist für mich eine Schrumpfversion des Weges zum Erwachen.

Es geht für mich darum, die Denkweisen und kulturellen Sprachen unserer Zeit zu berücksichtigen und den Buddhismus kulturell zu übersetzen, denn es gibt keine kulturneutrale Vermittlung. Wenn wir uns mit dem Buddhismus beschäftigen, tun wir das als EuropäerInnen, und unsere Kultur ist säkular und christlich, psychologisch und philosophisch, naturwissenschaftlich geprägt. Zu dieser kulturellen Übersetzung gehört für mich, die brennenden Fragen unserer Zeit aufzunehmen und buddhistisch zu reflektieren: überzogenes Leistungsdenken und Burn-out, Sinnkrisen, Ängste und Verzweiflung, soziale Gerechtigkeit und Ökologie, Finanzkapitalismus und so weiter.

Für mich ist der Buddhismus in Asien immer schon eine Mischung aus säkularen und religiösen Ansätzen gewesen, nicht in dem Sinn zweier unterschiedlicher inhaltlicher Bereiche, sondern als unterschiedliche Zugänge zum Leben: alltagspraktisch und damit weltlich-säkular und horizontal-immanent, der eine, über fassbare Anliegen hinausweisend und damit rituell-religiös und vertikal-transzendent der andere. Buddhistische Ethik und die lebenspraktischen Aspekte des Achtfachen Pfades geben eine gute Orientierung im Alltag und sie können leicht in eine säkulare Sprache übersetzt werden. Das dekonstruktive Hinterfragen aller Vorstellungen und die meditative Erforschung des Nichtbedingten und unserer essenziellen Verbundenheit mit allen Wesen führen uns an den Rand des Denkens und sprengen die Grenzen säkularer Ansätze.

Religiöse Rituale sind sinnvoll und notwendig, da sie die Bedürfnisse der Menschen nach einer Einbettung in das große Ganze berücksichtigten und Menschen soweit beruhigen, dass sie sich auch irgendwann dem Abenteuer der Selbsterkenntnis widmen können. Der Zugang zur Selbsterkenntnis kann säkular oder religiös sein, aber ihr Inhalt, in buddhistischer Sprache das große Erwachen, umfasst immer beide Dimensionen: die fassbare und die unfassbare. Die fassbare oder horizontale Dimension bezieht sich auf unsere Erfahrungen und unser Handeln mit Körper, Rede und Geist. Die unfassbare oder vertikale Dimension ist die Dimension, die wir mit dem Verstand und unseren Erfahrungen nicht fassen können. Sie hat viele Namen: das Nichtbedingte, Nirvana, Leerheit, Transzendenz, das Göttliche usw. Ein altes Bild für das Zusammenspiel beider Dimensionen ist das gleichschenklige Kreuz. Und wir Menschenleben im Schnittpunkt beider Dimensionen. Wir haben Anteil an und Zugang zu beiden, und unser Leben wird flach oder unwirklich, wenn man die eine Dimension auf die andere reduziert. Wenn Spielarten eines säkularen Buddhismus die horizontale Dimension ignorieren oder leugnen, verwässern und verfälschen sie den buddhistischen Weg zur Befreiung von Gier, Hass und Verblendung. Es folgen zwei Beispiele für eine kulturelle Übersetzung zentraler buddhistischer Lehren.

Ich interpretiere aktuelle Sinnkrisen als Ausdruck der drei Geistesgifte: Gier, Hass und Verblendung. Moderne Varianten von Gier sind Konsumdenken, Unruhe und Zerstreuung, Mangelgefühle, Suchtverhalten. Varianten von Hass sind Verachtung, Abwerten, Krieg und alle Varianten von Gewalt. Varianten der Verblendung sind Festhalten an einer stabilen fassbaren Identität und vor allem der Glaube, man könnte alles, uns und die Welt rational erklären und das Leben völlig in den Griff bekommen, sei es materiell-technisch oder geistig spirituell. Sinnkrisen sind für mich auch eine Abwehrform der Einsicht in die Drei Daseinsmerkmale: dukkha, anicca und anatta, traditionell als Leiden, Wandel und Nicht-Ich wiedergegeben, aber damit noch nicht kulturell übersetzt. Wir wollen nicht wahrhaben und akzeptieren, dass zum Leben auch unangenehme Erfahrungen gehören (Dukkha), weil sich alles immer wieder verändert (Anicca) und es keine Instanz in uns oder im Außen gibt, der unsere Erfahrungen gehören und die sie daher kontrollieren und beherrschen könnte (Anatta). Wir sehnen uns stattdessen nach Dauer-Wellness, träumen von Beständigkeit und arbeiten uns tot, weil wir alles in den Griff bekommen wollen. Da das nie klappt, suchen wir nach Schuldigen im Außen, geben uns selbst die Schuld oder versinken in politischem oder kulturellem Weltschmerz.

Säkulare Zeiten erfordern eine nicht traditionelle und nicht religiöse Interpretation der buddhistischen Lehren und Übungen. Die große Gefahr dabei ist ihre Anpassung an den Zeitgeist und damit ihre Verwässerung und Verflachung. Dann bewegen wir uns nur in der horizontalen Dimension und reduzierenden Buddhismus auf Entspannungstechniken zur Optimierung unserer Leistungsfähigkeit und zum Erreichen weltlicher Anliegen: Status und Besitz, Anerkennung und Zuwendung und angenehme Gefühle. Ohne eine Ahnung der vertikalen Dimension verkümmert ein säkularer Buddhismus zu einer Wellness- oder Vernunft-Religion zur Manipulation unserer Erfahrungen.

Zwei Gedanken zum Schluss über die Grenzen des Säkularen und die Notwendigkeit religiöser Formen. Säkularismus als „ismus“ ist eine intolerante Ersatzreligion für Menschen, die nur an das Fassbare glauben, und alles, was sie nicht verstehen, für Aberglauben oder Fantasie halten. Ihre heftige Wut gegen religiöse Ansätze scheint Ausdruck einer unbewussten Religiosität zu sein, die ohne Form destruktiv wird. Auch moderne Menschen brauchen einen Schutz gegen die transpersonalen Mächte des Unbewussten, die traditionell durch Mythen und Rituale zivilisiert wurden …

Sylvia Wetzel


KRANICHE | Versammlung & Abendessen
Zeit: Freitag, 27. Mai, 18.50 Uhr bei Susanne (Adresse siehe unten)

Ablauf: Klangmeditation, danach Austausch und anschließend Abendessen – bringt alle etwas Kleines mit, danke schön!

Thema: “Wo ich gerade bin”

Ihr Lieben,

aus dem Kreta-Urlaub, wo es hier in unserem schönen Zimmer am Meer auch WLAN gibt, möchte ich euch die Einladung für das nächste Kraniche-Treffen schicken.

Den Entwurf habe ich schon vor gut einer Woche geschrieben, aber, was selten vorkommt: Es wollte mir einfach kein passendes Thema einfallen! Ich glaube, wir sind hier tatsächlich so im berühmten „Hier-und-Jetzt“ – der nächste Schritt auf dem Weg durch die Schlucht, die Kälte der morgendlichen Meereswellen, die Schwimmzüge im Wasser, die riesige Holzbiene in den Oleanderblüten, die Haubenlerche auf dem Olivenbaum –, dass alle Themen mir irgendwie künstlich herbeizitiert erschienen.

Deshalb kommt diese Mail nun leider etwas spät! Als Thema stelle ich mir nun einfach vor, dass wir uns darüber austauschen, wo wir persönlich gerade stehen: was uns gerade wichtig oder frisch unwichtig ist, wie wir meditieren oder durch den Tag gehen, was wir suchen oder nicht suchen, aufgegeben haben oder noch festhalten, was uns buddhistisch und spirituell gerade beschäftigt, wo vielleicht unsere offene Frage liegt – eine persönliche Runde.

Ich hoffe, es geht euch gut und wir sehen uns am Freitag, ich freue mich sehr darauf!

Seid herzlich gegrüßt von

Susanne


KRANICHE | Versammlung & Abendessen

Zeit: Mittwoch, 27. April, 18.50 Uhr bei Susanne (Adresse auf Anfrage)

Ablauf: Stilles Sitzen und Gehen (20 Minuten sitzen, ein paar Minuten gehen, 20 Min sitzen). Danach Austausch. Anschließend Abendessen – bringt alle etwas Kleines mit, danke schön!

Thema: “Sich selbst erziehen, Tugenden entfalten”

Auf dem letzten Treffen wurde mir, Susanne, noch einmal sehr klar, wie sehr die die buddhistische Lehre an ihrer historischen Wurzel von der Idee geprägt ist, dass wir einen Weg gehen und dass dieser Weg zu tun hat mit Selbsterziehung, Selbstformung, Selbstzähmung.

Gleichzeitig hat das Wort Erziehung für uns heute einen wirklich miesen Beigeschmack. Es klingt nach Drill, nach Zwang, nach Muss und Soll und Fremdbestimmung.

Mich würde interessieren, wie wir selbst damit umgehen. Spielt in unserem Verhältnis zu uns selbst und zu unserem Leben die Vorstellung eine Rolle, dass wir uns gerne mit bestimmten “Tugenden” tränken würden – und welche sind das? Und wie tun wir das? Haben diese Tugenden überhaupt zu tun mit dem buddhistischen Kanon der gepriesenen Tugenden, oder kommen sie vielleicht ganz woanders her (zum Beispiel aus der Abgrenzung von Erfahrungen in unserer Kindheit, von Trends in der Gesellschaft, aus politischen Idealen etc.)?

Ich habe hier einen schönen Text aus einem buddhistischen Magazin, in dem es sehr optimistisch darum geht, was mit Selbsterziehung erreichbar ist, wenn man nur die Geduld dafür aufbringt – dieser Text aus dem Theravada geht davon aus, dass nämlich lange gar nicht sichtbar wird, worum man sich bemüht, und dann plötzlich eben doch. Es ist sozusagen ein Plädoyer für die Selbsterziehung mit großer Geduld und eine Hoffnung auf den Quantensprung, der sich aus der Bemühung ergibt.

Diesen Text würde ich kurz für euch zusammenfassen, kein Riesenvortrag, nur als Inspiration. Und dann können wir über die oben aufgeworfenen Fragen und den Text miteinander sprechen.


 

KRANICHE | Versammlung & Abendessen

Zeit: Freitag, 8. April, 18.50 Uhr bei Susanne (Adresse auf Anfrage)

Ablauf: Rezitation des Lotussutras und des Mantras “Nam Myoho Renge Kyo” (ca. 40 Minuten). Danach Austausch. Anschließend Abendessen – bringt alle etwas Kleines mit, danke schön!

Thema: “Seele, Unsterblichkeit, Buddhanatur, Gott & Nicht-Gott, Ich & Nicht-Ich”

Einige von uns haben sich in den letzten Jahren weit entfernt von der Idee, wir “müssten” etwas “glauben”, weil “der Buddhismus es so sagt”. Stattdessen versuchen wir zunehmend, Spiritualität von innen her zu entfalten. Wir möchten spüren, wie uns religiös und spirituell zumute ist. Welche spirituellen Vorstellungen sprechen uns an und welche liegen uns fern? Was halten wir, wenn wir ganz ehrlich sind und jenseits aller offiziellen Lehren, für wahr oder wahrscheinlich, wenn es um Spiritualität geht, und warum ist das so für uns? Inwiefern bleibt für uns der Buddhismus maßgeblich, inwiefern fühlen wir uns aber vielleicht auch von Teilen der Lehre, wie sie uns angetragen wurde, entfremdet?

Das ist ein Riesenthema, das wir kaum erschöpfend werden behandeln können. Deshalb möchten wir einen Aspekt herausgreifen: Die Frage nach Gott und die Frage nach einer unsterblichen Seele.

Für einige von uns ist das Thema “Gott” wichtiger geworden in der letzten Zeit. Weniger der personale Gott unserer Kindheit, obwohl der für manche auch wieder näher gerückt ist, sondern eher eine alles durchströmende Göttlichkeit, eine transzendente Ebene, die wir nicht in uns selbst erzeugen, sondern die einfach da ist, auch “außerhalb” von “uns”, als eine öffnende, liebende, tragende, allgegenwärtige Kraft.

An diesem Abend möchten wir uns über unsere jeweils persönlichen Haltungen zu diesem Thema austauschen. Vorweg aber soll es eine kleine Klärung geben, was die offiziellen buddhistischen Lehren angeht:

Was sagt der Buddhismus zu “Gott”? Was sagt er zu “Buddhanatur”? Inwiefern unterscheidet er sich vom Hinduismus, aus dem er hervorgegangen ist und von dem er sich abgrenzt? Inwiefern nimmt er hinduistische Transzendenz-Vorstellungen auch auf? Was sagt der Buddhismus zu einer inneren Ebene, einer Seele vielleicht, die von Göttlichkeit (Buddhanatur?) erfasst und erleuchtet werden könnte? Was bedeutet in diesem Zusammenhang die Nicht-Ich-Lehre des Buddhismus? Und, um es noch komplizierter zu machen: Gibt es überhaupt “die” buddhistische Lehre zu allen diesen Fragen, oder zeigen sich Bedeutungs- und Haltungsverschiebungen im Laufe der fast dreitausendjährigen buddhistischen Geschichte?

Unsterbliche Seele, einswerdend mit Buddhanatur? Nicht-Ich, Nicht-Gott, nur meditieren, nicht spekulieren? Was denkt ihr über alles dies? Bitte bewegt das Thema vielleicht schon einmal in euren Herzen & Köpfen, oder bringt gern ein Zitat mit, das euch in diesem Zusammenhang etwas bedeutet – vielen Dank!


VERSAMMLUNG & ABENDESSEN:

Freitag, 18. März, 18.50 Uhr bei Susanne (Adresse auf Anfrage)

Ablauf: Metta-Meditation (ca. 40 Minuten). Danach Austausch. Dann Abendessen – bitte bringt alle etwas Kleines mit.

Thema: “Die vier Grundlagen der Empathie”

Das hört sich sehr tibetisch-buddhistisch an, dort werden die Lehren immer gerne durchgezählt. Aber die Überlegung, über die wir uns austauschen können, stammt gar nicht aus dem Buddhismus, sondern aus der Psychologie, genauer: aus einer immer noch viel zitierten amerikanischen Studie aus dem Jahr 1983 („The Structure of Empathy“).

Danach sind vier Bedingungen Voraussetzung dafür, dass ein Mensch Empathie empfinden kann – und mindestens zwei davon finde ich überraschend:

Sensibilität – Ausgeglichenheit – Non-Konformität – Soziales Selbstbewusstsein

Das ist doch interessant! Warum „Non-Konformität“, was ist das genau und warum ist das so wichtig? Warum „soziales Selbstbewusstsein“? Und wie kultiviert man diese vier Grundlagen, wie lassen sie sich pflegen, wann verschwinden sie, wie holt man sie zurück ins Leben, wenn es einem nicht in die Wiege oder die Kindheit gelegt wurde oder aber in der Kindheit sogar ausgetrieben wurde? Oder zögern wir vielleicht, diese Eigenschaften zu kultivieren, weil uns diese Verweigerung eine Sicherheit und einen Schutz gibt? Und natürlich immer auch die Frage: Wie ist es um den gesellschaftlichen Umgang mit diesen Grundlagen bestellt?

Bitte denkt darüber nach und bewegt das Thema in euren Herzen & Köpfen – vor der Versammlung, das wäre super, damit wir über spontane Meinungen hinaus etwas mehr in die Tiefe gelangen können. Vielen Dank!


VERSAMMLUNG & ABENDESSEN: Freitag, 19. Februar, 18.50 Uhr

Ablauf: Klang-Meditation (ca. 40 Minuten). Danach Austausch. Dann Abendessen – bringt alle was Kleines mit.

Thema: “Workshop: Apps und Sounds, die meditieren helfen”

Es gibt tolle elektronische Helfer, die das Meditieren unterstützen. Metta- oder Bodyscan-Meditationen, die als Soundfiles zum Download oder Abspielen im Internet liegen. Handy-Apps, die einen Gong zu festgelegten Zeiten erklingen lassen oder geführte Meditationen verschiedenster Art anbieten. Sogar die Lotussutra-Rezitation und Mantra-Rezitationen gibt es als schöne Sounds, so dass man zu Hause, auch wenn man das allein macht, sich in einen raumfüllenden Klang einbetten kann. Das kann manchmal sehr schön und hilfreich sein.

Susanne stellt euch vor, was sie da so auf Lager hat. Wer auch was auf Lager hat – bitte auch mitbringen. Und bringt bitte mit: USB-Sticks oder Leer-CDs (zum Be-brennen) und eure Smartphones, so vorhanden, um euch die Apps anzuschauen.


VERSAMMLUNG & ABENDESSEN: 29. Januar, 18.50 Uhr bei Susanne

Ablauf: Stille, minimal angeleitete Meditation  (ca. 40 Minuten) – danach Thema mit Austausch, anschließend Büffet.

Thema: “Verachtung / Wertschätzung”

Verachtung ist in einer Dominanzkultur wie unserer allgegenwärtig. Menschen verachten andere Menschen, persönlich, um sich selbst weiter oben in der Hierarchieleiter anzusiedeln, aber auch systematisch und strukturell: marginalisieren, arbeitslos machen, in Behörden und sinnlosen Fortbildungen, Maßnahmen, Verwaltungsakten kleinhalten – alles das sind Formen der Verachtung. Menschen verachten aber auch sich selbst. Dafür zu schwach zu sein, zu alt oder zu jung, zu weiblich oder falsch männlich, nicht normgerecht in welcher Weise auch immer. Verachtung ist uns tief eingepflanzt – um das zu erkennen, braucht man nur einmal die eigenen nächtlichen Scham- und Schande-Träume zu betrachten.

Der Buddhismus lehrt eine tiefe und grundsätzliche Wertschätzung allen Lebens – nicht weil es sich besondere Verdienste erworben hätte, sondern weil es da ist. Als Leben. Als lebendiges Wesen, das sich wie alles andere Leben nach Glück und Entwicklung sehnt, auch wenn das manchmal kaum sichtbar und unbewusst scheinen mag.

Das wirft Fragen an uns selbst auf: Wie viel verachten wir und warum? Wann greift der Verachtungsimpuls anderen Menschen gegenüber? Uns selbst gegenüber? Welche Erfahrungen haben wir darin, Wertschätzung zu kultivieren? Wie und warum tun wir das, wie haben wir das gelernt, wie fühlt sich das an und wie wirkt sich das auf unser Leben aus?

Darüber haben wir gesprochen.

INSPIRATION | Auszug aus Kapitel 20 des Lotossutra

In diesem mystisch überhöhten, symbolisch verdichteten Sutra predigt der Buddha (als ewiger, mystischer Buddha) einer großen  Versammlung, die er hoch in die Luft gehoben hat, die Essenz der buddhistischen Lehre, teils in Parabeln und lehrreichen Erzählungen. Das Zitat unten gibt wieder, was er sagt. (Zur Erläuterung: Ein Bodhisattva ist erleuchtetes, allgütiges Wesen, das immer wieder auf die Erde geboren wird, um alle Wesen zum Glück zu führen. Bodhisattvas erscheinen also als Menschen oder hilfreiche Lebewesen.)

Kapitel: Der Bodhisattva “Niemals Verachtend”
(Japanisch: Fukyo oder Jufukyo Bosatsu, Sanskrit: Sadaparibhuta)

“Als nach dem Erlöschen des Buddha
Das Gesetz sich seinem Ende näherte,
Gab es einen Bodhisattva,
Dessen Name Niemals Verachtender lautete.
Zu jener Zeit waren die vier Menschen
Materiellen Dingen verhaftet.
Wenn der Bodhisattva Niemals Verachtender
Sich ihnen näherte, sprach er:
‘Ich verachte euch nicht;
Ihr folgt dem Weg
Und werdet alle Buddhas werden.’
Als sie das gehört hatten,
Beschimpften und schmähten sie ihn.
Der Bodhisattva Niemals Verachtender
Ertrug alles geduldig.
Als seine karmischen Verfehlungen gesühnt waren
Und sein Ende sich näherte,
Hörte er dieses Sutra,
Und seine Organe wurden geläutert.
Durch seine übernatürliche Kraft
Verlängerte er seine Lebensspanne
Und predigte erneut allen Menschen
Weit und breit dieses Sutra.
Die Gruppen der Menschen,
Die zuvor an materiellen Dingen hingen,
Empfingen von diesem Bodhisattva
Alle Unterweisung und Vollkommenheit,
Und er brachte sie auf den Buddhaweg.
AIs Niemals Verachtender sein Leben beendet hatte,
Traf er unzählige Buddhas,
Und indem er dieses Sutra predigte,
Erlangte er unermessliches Glück. …
Nach und nach vollendete er seine Verdienste
Und erreichte bald den Buddhaweg.

Der Niemals Verachtende aus jener Zeit
Bin ich selbst.
Die Menschen aus jener Zeit,
Die irdischen Dingen verhaftet waren
Und Niemals Verachtender sagen hörten:
‘Ihr werdet Buddhas werden’
Und deshalb zahllose Buddhas trafen,
Sind die Bodhisattvas in dieser Versammlung,
Die Schar von fünfhundert
Und auch die vier Abteilungen
Von reinen Gläubigen, Männern und Frauen,
Die jetzt vor mir sind .
Und das Gesetz hören.
In meinen früheren Leben
Habe ich diese Menschen ermahnt,
Dieses Sutra, das höchste Gesetz, zu hören und aufzunehmen.
Ich habe es eröffnet und die Menschen gelehrt,
Damit sie im Nirvana weilen können.
Epoche für Epoche habe ich dieses wunderbare Sutra Empfangen und bewahrt.
Im Lauf von Myriaden von Kotis und Kotis von Kalpas,
Unvorstellbar in ihrem Ausmaß,
Predigen Buddhas, die Weltgeehrten,
Nur höchst selten dieses Sutra.
Darum sollen die Anhänger
Nach dem Erlöschen des Buddha,
Wenn sie solch ein Sutra hören,
Weder Zweifel noch Verwirrung aufkommen lassen.
Sie sollen vielmehr mit ganzem Herzen
Dieses Sutra in anderen Ländern verbreiten.
Und wenn sie Epoche für Epoche Buddhas begegnen,
Werden sie rasch den Buddhaweg erreichen.”


 

 

VERSAMMLUNG & ABENDESSEN: 14. Januar, 18.50 Uhr (Ort: bei Claudia)

Ablauf: Chanten  (ca. 40 Minuten) – danach Thema mit Austausch, anschließend Büffet – bitte bringt je etwas Kleines zu essen oder zu trinken mit, vielen Dank!

Thema: “Die Stimmen der Negativität”

Nela und Susanne bereiten dieses Thema vor. Es wird gehen um die inneren Einflüsterungen, die uns den Mut nehmen, uns klein halten, uns vielleicht auch andere verachten lassen. Wo haben sie ihre Wurzeln, was hält sie in Gang? Was ist ihr realistischer Kern, was ihre zerstörerische Seite? Was wären sinnvolle Gegenmittel und wie hilft im Umgang damit die spirituelle Praxis?