Veranstaltungen 2014

DEZEMBER 2014: Rezitation & Filmabend
Nach einer Stunde Lotussutra-Rezitation (chanten) sahen wir am 9. Dezember “Guru” an – einen beeindruckenden und differenzierten Dokumentarfilm um Bhagwan/Osho und seine Schülerinnen und Schüler.

Der Film wirft Fragen auf, über die wir anschließend sprachen: Verführbarkeit durch unsere eigenen religiösen/menschlichen Sehnsüchte – welche Haltung nehmen wir ein zu Menschen, die (zu recht, zu unrecht?) spirituelle Führungsansprüche verkörpern – in welche Rolle drängen wir Menschen, die wir bewundern und von denen wir Erlösung, Heilung, Rat und Liebe erhoffen – Gruppendynamik in Religionen – gemeinsames Abgleiten auf ungute religiöse Wege, ohne es recht zu merken. Wir sprachen aber auch über die positiven Seiten der Bhagwan/Osho-Bewegung, die vielen neuen Impulse, die in einer noch sehr repressiven Zeit davon ausgingen, die spirituelle Öffnung, die Osho in Gang setzte und die bis heute nachwirkt.

MEHR ZUM FILM:

«GURU – Bhagwan, His Secretary & His Bodyguard» – eine spirituelle Reise in die Tiefen und Untiefen der menschlichen Seele – Schweiz 2010, ein Film von Sabine Gisiger und Beat Häner (engl. mit dt. UT)

Die wilden siebziger Jahre. Die Suche nach einem neuen Bewusstsein, nach Spiritualität und sexueller Befreiung. In England hört der junge Hugh auf einer Audiokassette den spirituellen Lehrer Bhagwan Shree Rajneesh. Er reist auf der Suche nach sich selbst nach Indien. Die junge Inderin Sheela wird von ihrem Vater zum charismatischen Guru gebracht und weiss mit einundzwanzig: Bei diesem Mann zu sein ist alles, was sie will.

In seinem Ashram in Poona hält Bhagwan seine Jünger zu Meditation und tantrischer Sexualität an, um sie zu höherem Bewusstsein zu führen. Hugh erlebt den Aufstieg des Gurus als Leibwächter. Sheela wird zur persönlichen Sekretärin und zur mächtigen Chefin von Bhagwans Modellkommune, die in den achtziger Jahren in den Bergen Oregons entsteht: 5’000 junge Menschen wollen eine ideale Lebensgemeinschaft bilden, die der Welt als Beispiel dienen soll. Der Guru, in der westlichen Presse der siebziger Jahre als «Sex-Guru» verpönt, macht nun mit seinen Rolls-Royces Schlagzeilen. Der Traum endet in einem Alptraum, für Hugh in einem seelischen Zusammenbruch, für Sheela im Gefängnis. Wann begann es, schief zu laufen?

TRAILER: https://www.youtube.com/watch?v=yd3x1GRgguY

 

NOVEMBER 2014: Musik-Meditation und Versammlung mit dem Thema “Was Freude macht”
Wir lebten in einer Fun-Gesellschaft, heißt es häufig. Auf den Gesichtern der meisten Menschen ist davon nicht viel zu sehen. Statt Freude begegnet man im Alltag viel Gleichgültigkeit, Übellaunigkeit, auch Abschottung, Abstumpfung, Trauer, Bitterkeit. Gleichzeitig boomen die Bücher über Glück und wie man es findet. Bleiben wir bei der kleinen Schwester des Glücks, der Freude – warum ist sie wichtig und wird im Buddhismus vielfach betont? Wie findet wir sie, ganz persönlich? Was sind unsere Mittel und Wege? Was können wir anderen dazu raten – und woran könnten wir uns selbst in diesem Zusammenhang erinnern? Wie würden wir die Kräfte beschreiben, die aus der Freude hervorgehen – wozu befähigt und animiert sie uns? Und wie steht es mit der “Mit-Freude” – auch sie ein wichtiger Punkt im Buddhismus? Darüber tauschten wir uns aus.

 

NOVEMBER 2014: Versammlung mit dem Thema “Verblendung – das dritte und wichtigste Gift im Buddhismus”
Wir alle kennen Dummheit, Verblendung, Ignoranz – von uns selbst und von anderen. Entscheidungen, die unter Zeitdruck getroffen werden und in keiner Weise tragfähig sind, Sich-Verstricken in Anklammerungen aller Art, die Abwesenheit von Weisheit auf vielen verschiedenen Ebenen, persönlich, ethisch, politisch, ökologisch. Dem Buddhismus geht es neben diesen menschlichen Unweisheiten aber besonders um eine grundlegende Verblendung: nicht erkennen zu können, wer wir wirklich sind. Aus dieser grundlegenden Verblendungen gehen die anderen “Gifte” hervor, laut Buddhismus. Unserer Ignoranz abzuhelfen – das ist Aufgabe der spirituellen Praxis und unseres Austausches miteinander. Wer sind wir “wirklich”? Als wer-wie-was nehmen wir uns wahr? Haben wir schon einmal Einbrüche des Erkennens erlebt? Was ändert ein spirituelles Erkennen oder Erahnen – inwiefern ändert es zum Beispiel unsere Entscheidungen, unser Lebensgefühl? Darüber tauschten wir uns aus.

 

OKTOBER 2014: Versammlung mit dem Thema “Gier – wonach”
Wir hatten beim vorherigen Treffen gesprochen über Groll und Hass – eines der “drei Gifte” im Buddhismus. Dieses Mal sprachen wir über die Facetten der Gier sprechen, die auch zu den drei Giften gehört. Das Wort klingt ein bisschen altmodisch, andererseits wird unsere Kultur, unser Wirtschaftssystem häufig als von entfesselter Gier befallen beschrieben. Kennen wir Gier auch in unserem persönlichen Leben? Wonach gieren wir, wie erleben wir das? Wo verläuft die Linie zwischen z.B. gesundem Ehrgeiz, Bemühen, Streben, Wollen, Begehren – und schädlicher Gier? Inwiefern überhaupt schadet Gier uns und anderen, wie würden wir das beschreiben ? Was können wir anfangen mit den Vorschlägen der buddhistischen Tradition, wie mit den Impulsen der Gier umgegangen werden kann? Das waren unsere Themen.

 

OKTOBER 2014: Versammlung mit dem Thema “Umgang mit Ärger, Hass, Groll”
Ärger, Hass, Groll – sie gelten als eines der berühmten “drei Gifte”, von denen der Buddhismus spricht. Was ist so giftig daran, dass der Buddhismus diesen Gefühlen eine solch wichtige Rolle zuspricht? Was schlägt die buddhistische Tradition vor, wie mit diesen Gefühlen umgegangen werden kann? Und was die Psychologie? Welche Erfahrungen habt ihr selbst mit Wut und Groll gemacht? Wie würden wir die positive, wie die giftige Seite dieser Empfindungen beschreiben? Darüber tauschten wir uns aus.

 

SEPTEMBER 2014: Versammlung mit dem Thema “Das innere Kind”
Niemand kam! Deshalb haben wir nicht darüber gesprochen und holen das irgendwann nach. Aber für die Chronik, das hier war der Plan: Dem “inneren Kind” in uns werden intensive Gefühle zugeordnet – wie unbändige Freude, abgrundtiefer Schmerz, Glück und Traurigkeit, Intuition und Neugierde, Verlassenheit, Angst oder Wut. Ziel einer therapeutischen Arbeit mit dem inneren Kind ist es, dass ein Mensch – mit dem erwachsenen und dem kindlichen Ich in sich – Sätze sagen kann wie:
– Ich bin selbst verantwortlich für mein Glück.
– Ich bin bereit, meine Gefühle wahrzunehmen und anzunehmen.
– Ich bin offen für Neues und Veränderungen in meinem Leben.
– Ich bin stark genug, für mich selbst zu sorgen und für mein Wohlgefühl die Verantwortung zu übernehmen.
– Ich darf neugierig und verspielt, albern und spontan, lebendig und sensibel sein.
– Ich darf aber auch zornig und traurig sein, denn durch meine Selbstliebe erkenne ich, dass alle Gefühle wichtige Teile meiner selbst sind.
Darüber können wir uns austauschen: Macht die Idee eines inneren Kindes/inneren Erwachsenen für uns und unser Erleben, unseren Umgang mit uns selbst Sinn? Hat die Spiritualität uns hier etwas zu geben, fördert sie uns dabei? Oder hindert sie uns vielleicht mit übergroßen Idealen, erdrückender Theorie, Über-Ich-Botschaften, die das innere Kind womöglich abdrängen? Gibt es auch so etwas wie “zu viel inneres Kind” – eine Unfähigkeit, Unwilligkeit erwachsen zu werden? Oder hat jede Lebensphase hier ihre eigenen Gesetze und Prioritäten?

 

AUGUST 2014: Versammlung mit dem Thema “Suchen & Finden”
Zur Spiritualität gehört anscheinend immer die Bewegung der Suche – Christen suchen Gott, Buddhisten die Erleuchtung, oder man sucht sich selbst, oder tiefere Erkenntnis, Einsicht, Ruhe, Entspannung… Finden wir eigentlich auch? Was denn? Bleibt das für immer da oder geht es auch wieder verloren? Was sucht wir in der Spiritualität, ganz persönlich? Hat sich das verändert im Laufe der Zeit? Sind wir froh damit, einfach immer weiter zu suchen – oder tun wir das gar nicht mehr? Wie fühlt es sich an zu finden, wie zu suchen? Oder möchten wir beide Pole über Bord werfen und einfach meditieren und mal schauen, was passiert…? Darüber haben wir uns ausgetauscht.

 

JULI 2014: Versammlung mit dem Thema “Spiritualität und intellektuelle Redlichkeit”
In dieser Versammlung befassten wir uns mit einem Text von Thomas Metzinger. Lassen wir ihn selbst erzählen, worum es ihm darin geht: “Kann es so etwas wie eine vollständig säkularisierte Spiritualität geben? Oder ist diese Idee vielleicht überhaupt kein kohärenter Gedanke – etwas, das man bei näherem Hinsehen überhaupt nicht widerspruchsfrei beschreiben kann? Dieses philosophische Problem – die Frage nach der inneren Struktur, nach den Bedingungen der Möglichkeit einer säkularisierten Spiritualität – ist so interessant und für viele heute so wichtig geworden, dass wir ihm uns ganz vorsichtig und in kleinen Schritten nähern sollten. Deshalb möchte ich in den folgenden drei Abschnitten nacheinander drei sehr einfache Fragen stellen: Was könnte das überhaupt sein, „Spiritualität“? Was genau ist mit der Idee der „intellektuellen Redlichkeit“ gemeint? Und: Gibt es eine innere Verbindung zwischen diesen beiden Einstellungen zur Welt und zum eigenen Geist? Der Aufsatz ist hier als PDF nachzulesen.

 

JULI 2014: Versammlung mit dem Thema “Bescheidenheit”
Der Professor für Wirtschaftswissenschaften, Karl-Heinz Brodbeck, befasst sich mit Ethik, Philosophie der Wirtschaft und buddhistischer Philosophie. Einer seiner Texte ist ein Lob der Bescheidenheit. Mit diesem Text haben wir uns befasst und verschiedene Fragen miteinander besprochen: Welche Rolle sehen wir für Bescheidenheit in der Welt und in unserem eigenen Leben? Welche Erfahrungen haben wir damit gemacht? Ist Bescheidenheit für uns eine original “buddhistische” Tugend? Ist es manchmal schwer, bescheiden zu sein? Vielleicht manchmal sogar schädlich, nicht gut für das eigene Leben? Wie finden wir eine gute Balance zwischen Bescheidenheit und sinnvollen Ansprüchen an uns selbst, unsere Umgebung, unser Leben?

 

JUNI 2014: Gohonzon-Verleihung
Der Gohonzon (japanisch; wörtliche Übersetzung “Großes Objekt der Verehrung”) ist eine Schriftrolle, die von dem japanisch-buddhistischen Mönch und Reformator Nichiren im 12. Jahrhundert erstmals eingeschrieben und von ihm in verschiedenen kalligraphischen Ausführungen an seine Anhängerinnen und Anhänger verliehen wurde. In dieser Tradition haben wir gemeinsam ein Exemplar der Schriftrolle an Beate verliehen, damit sie zu Hause die Lotussutra-Meditation vor der Schriftrolle ausüben kann. Ein Vortrag beleuchtete die guten Gründe, die dafür sprechen können, daheim einen Ort für die Meditation zu schaffen, der Würde ausstrahlt und in allen Situationen und Phasen des Lebens Anlaufpunkt dafür sein kann, sich zu besinnen, eine neue innere Ausrichtung zu finden, sprituelle Kräfte zu sammeln und das Leben neu zu weiten und zu öffnen.

 

MAI 2014: Einführung in die Alexander-Technik
Wir machen eine Versammlung mit dem Thema “Alexander-Technik – Spiritualität – Körpererfahrung”, Carsten und Beate leiteten dazu eine lange Übung an. Danach tauschten wir uns aus über Körpererinnerung, Körpermuster und die Bedeutung der Körperlichkeit in der spirituellen Praxis und Erfahrung.

 

APRIL 2014: Meditation “Eine Stunde Himmelweiter Raum nach Jack Kornfield”
Wir machten gemeinsam eine Stunde die geleitete Meditation “Himmelweiter Raum” nach dem Theravada- und Vipassana-Lehrer Jack Kornfield. Anschließend tauschten wir uns darüber aus.

 

APRIL 2014: Versammlung mit Thema “Eine gute Freundin, ein guter Freund sein”
Freundschaften gehören zu den wichtigsten sozialen Beziehungen im Leben, auch wenn viel häufiger über Eltern-Kind-Beziehungen oder über Liebesbeziehungen gesprochen wird. Was gehört dazu, ein guter Freund, eine gute Freundin zu sein? Wie erfahren wir unsere wichtigsten Freundschaften? Wie sehen wir uns und unsere eigenen Qualitäten in unseren Freundschaften? Oder mangelt es uns vielleicht an freundschaftlichen Beziehungen? Weshalb ist das so? Über dieses Thema haben wir uns ausgetauscht.

 

MÄRZ 2014: Stille Meditation & Filmabend
Filmrolle

“Nokan – Die Kunst des Ausklangs” – Spielfilm Japan 2008

Aus finanzieller Not nimmt der arbeitslose Musiker Daigo einen verpönten Job an. Nach altem Ritual bahrt er frisch Verstorbene vor den Augen der trauernden Angehörigen auf. Der Leichenwäscher entdeckt seine Berufung und avanciert zu einem Künstler seines Fachs. Weil der Beruf des Bestatters aber als unrein gilt, redet er gegenüber seiner Frau Mika nur ausweichend über die neue Arbeit. Und so beginnt für Daigo ein seltsames Doppelleben…

“Nokan – Die Kunst des Ausklangs” lockte alleine in Japan mehr als sechs Millionen Kinozuschauer an und wurde 2009 mit dem Oscar für den Besten Fremdsprachigen Film prämiert. Der Kinoerfolg bescherte nicht nur dem Drehort, der Küstenstadt Sagata, wahre Touristenströme, sondern weckte in Japan auch das Interesse für einen bisher verfemten Berufszweig.

Regisseur Yôjirô Takita verbindet das Makabere mit dem Lyrischen und mischt gelegentlich Slapstick bei. Aus dem hervorragenden Schauspielerensemble stechen Masahiro Motoki als musischer Melancholiker Daigo und Tsutomu Yamazaki als dessen Chef und Feinschmecker Sasaki hervor.

Wir saßen nach dem Film noch eine Weile zusammen und sprachen über die Themen, die der Film aufwarf – Sterben und Tod als Tabu und unsere persönlichen Erfahrungen damit.

 

FEBRUAR 2014: “Wahrnehmen, Atmen, Spüren”
Christine machte mit uns eine Wahrnehmungsübung mit Atmung in der Achtsamkeit. Anschließend tauschten wir uns über das Erlebte aus und beendeten den Abend mit einem gemeinsamen Essen.

 

FEBRUAR 2014: Musikmeditation & Filmabend

Filmrolle

“Der Taktstock” – Ein Dokumentarfilm von Michael Wende

In der Geschichte dieses Films geht es um den international renommierten Gustav-Mahler-Dirigentenwettbewerb der Bamberger Symphoniker. Hunderte von Dirigentinnen und Dirigenten aus aller Welt sind dazu eingeladen, zwölf nehmen an der Endausscheidung teil. Jury wie Teilnehmerinnen und Teilnehmer kommen zu Wort, um das Geheimnis des Dirigierens zu erklären. Wie jeder Wettbewerbsfilm ist auch dieser spannend: Es geht um Aufregung, blanke Nerven, Ruhefinden im schlimmsten Moment, sich dem eigenen Können anvertrauen, trotz vollen Rängen.

Die Tiefe dieses Films berührt Fragen des Lebens: Wie entsteht die Magie des Klangs? Wie drückt sich Musik im Körper aus? Was ist das Geheimnis der Kommunikation? Welche Grundbedingungen braucht das Vertrauen zwischen Menschen? Gleichzeitig ist der „Der Taktstock“ auch ein witziger, experimenteller Dokumentarfilm und hat in seiner Mischung von Ernsthaftigkeit und Humor viele internationale Preise gewonnen. Hier liegt ein Trailer zum Film.

Wir sprachen anschließend lange über die Themen, die der Film aufwarf – zwei professionellen Musikerinnen in der Gruppe gaben uns zusätzliche Einblicke in die Musik als Beruf und die Musik als Erleben.

 

JANUAR 2014: Versammlung mit dem Thema “Reflexion über die Kraniche”
Statt einer Versammlung mit spirituellem Thema machten wir ein Austauschtreffen, auf dem wir uns über die Kraniche-Treffen unterhielten – ist dieses Angebot in dieser Weise sinnvoll, was möchten wir ändern, was würde uns an Themen, Abenden, Angeboten im Jahr 2014 gefallen und wer hat Lust, Inhalte oder Übungen für die anderen anzubieten. Wichtige Ergebnisse unseres Gespräches waren:

  • Treffen ab jetzt 14-tägig
  • Mit wechselnden Wochentagen
  • Die Lotussutra-Rezitation und das Chanten treten gleichberechtigt neben andere Meditationsformen
  • Nicht immer Vorträge (“Frontalunterricht”), sondern gemeinschaftliche Vorbereitung auf Inhalte
  • Manchmal aber doch Vorträge, weil es gehaltvoll und intensiv sein kann
  • Gerne weiter die Filmabende
  • Gerne auch zusätzlich zu diesem 14-Tage-Programm Rezitations- und Meditations-Angebote, die jemand spontan oder mit Ansage bei sich zu Hause für die anderen anbietet